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Über Judo
Judo
ist der Weg der vollkommenen Anwendung von Körper und Geist, so wird die
Persönlichkeit geformt als Beitrag zum Gesellschatlichem Leben. Das ist das
letzte Ziel des Judo”, Jigoro Kano.
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Zur
Durchsetzungskraft gehört ein starker Wille und manchmal auch
körperliche Kraft. Das erfuhr auch Jigoro Kano schnell, nachdem er am
18. Oktober 1860 in Mikage bei Kobe in Japan das Licht der Welt
erblickte. Und wenn der Wille stark, das Fleisch aber schwach ist, hilft
dem tüchtigen die sportliche Betätigung. Gymnastik, Rudern und Baseball
interessierten den jungen Kano genauso wie die traditionellen
japanischen Kampfkünste. Bereits als 17jähriger schrieb er sich in die
Kaiserliche Universität in Tokio ein und machte die Bekanntschaft mit
dem Hofrat und kaiserlichen Leibarzt Dr. Erwin von Baelz aus
Deutschland. Dieser war an der klassischen Selbstverteidigung Jujutsu
sehr interessiert, fand die Techniken zu hart und das |
Verletzungsrisiko im Training zu groß. Kano erging es genauso wie Baelz, und
der deutsche Arzt ermunterte den jungen Japaner dazu, sein eigenes
Kampfsystem aufzubauen. Der "sanfte Weg", das Judo war geboren.
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Kano stellte das
Fundament des Judo auf vier Säulen: Würfe, Griffe, Schlagtechniken und
die Wiederbelebung. Damit entfernte er sich aber immer weiter von den
Judo-Wurzeln, die in den Techniken des Nahkampfes Jujutsu liegen. Kano
legte Judo von Beginn an als Wettkampfsport aus, bei dem sich zwei
Sportler aufrecht gegenüberstehen (Shizen-tai) und sich dann zu
Kampfbeginn in festgelegter Weise gegenseitig an das Revers der Jacke
greifen. Von da an entscheidet die Technikvielfalt und die Wendigkeit
der Kontrahenten den Kampfverlauf. In den häufigsten Fällen hebelt ein
Angreifer den anderen aus dem Stand, wodurch sich der Wettkampf auf den
Boden verlagert. Kano hat daher eine ganze Reihe von Techniken
entwickelt, mit denen man sich am Boden gut verteidigen oder einen
Gegner dort fixieren kann, bis dieser durch Klopfen auf |
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Perfektion selbst im hohen Alter: Agoro Kano beherrschte die hohe Kunst
seines Judo wie kein zweiter. die Matte aufgibt. In den Übungsstunden
verbringen auch heute noch die Judo-Schüler einen großen Teil der
Trainingszeit mit den Techniken des richtigen Fallens und Abrollens. Eine
Judo-Technik gliedert sich in drei Phasen: zuerst muss das Gleichgewicht des
Gegners gebrochen werden (Kuzusi), dann geht man mit der Technik in den
Gegner hinein (Tsukuri), um schließlich die Technik auszuführen (Kake).
Damit die sehr effektiven aber auch gefährlichen Jujutsu-Techniken im Judo
nicht in völlige Vergessenheit geraten, schuf Kano neun Kata, also
festgelegte Technikfolgen. Alle neun Kata können ohne Gegner geübt werden
und enthalten alle tödlichen Techniken, für die im Wettkampf kein Platz ist.
Die
Entwicklung des Kampfsportes Judo nahm eine rasante Entwicklung wie kein
anderer japanischer Sport. Am 5. Juni 1882 schrieb sich der erste Schüler in
Jigoro Kanos Judo-Dojo (Trainingsraum) ein. Bereits vier Jahre später, nach
einem Vergleichskampf mit der Polizei in Tokio, bat man Kano, für die
Kampfsportausbildung zwei Übungsleiter zur Verfügung zu stellen. 1911 wurde
Judo Pflichtfach in allen japanischen Mittelschulen und 1938 zählte man den
100.000 Schwarzgurtträqer. Nach Europa kam der japanische Kampfsport schon
1901, und 1906 eröffnete Erich Rahn seine erste Judoschule in Deutschland.
Heute hat der Deutsche-Judo-Bund rund 200.000 Mitglieder. Er ist der
Europäischen Judo Union mit rund einer Million Mitglieder angeschlossen.
Im
Laufe seines langen Lebens hat sich Jigoro Kano zu einem echten Mann des "JetSet"
entwickelt. 1912, als Japan zum ersten Mal an den Olympischen Spielen in
Stockholm teilnahm, reiste auch er an. Auch die Spiele in Antwerpen (1920),
Amsterdam (1928), Los Angeles (1932) und Berlin (1936), ließ er sich nicht
entgehen. Schließlich war er seit 1909 Mitglied im nationalen Olympischen
Komitee Japans. Seinen größten Triumph konnte der agile Japaner aber nicht
mehr auskosten: Auf der Heimreise von Kairo starb er 1938 im Alter von 77
Jahren an einer Lungenentzündung. Auf der Sitzung in Kairo konnte er aber
noch durchsetzen, dass Tokio Austragungsort der XII. Olympischen Spiele 1964
wurde und dort dann auch Judo als Olympische Disziplin, 104 Jahre nach
Jigoro Kanos Geburt, seinen Einzug hielt.
Quelle: Subaru Drive Magazin, Ausgabe Nr. 26 A, April 2000
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